Erfolgsgeschichten

Erfolgsgeschichten

(Copyright: ESA - S. Corvaja, M.Pedoussaut)

Erfolgsgeschichten

Space 2 Business - Die ESA Business Inkubationsinitiative

Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht Unternehmer mit innovativen Ideen zur Nutzung von Raumfahrttechnologien, -anwendungen und -dienstleistungen außerhalb der Raumfahrt. Eines der ESA Business Inkubationszentren wurde am Europäischen Satellitenkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt angesiedelt, um innovative Projektideen mit fachlicher und technischer Expertise zu unterstützen.

Die ESA Business Inkubations-Initiative und ihr angeschlossenes Netzwerk an Inkubatoren ist darauf ausgerichtet, Technologietransferprojekten Starthilfe und anschließende Unterstützung in der Geschäftsentwicklung zu leisten und dadurch die Lücke zwischen einer Idee und einem markttauglichen Produkt zu schließen.

Die ESA Business Inkubations-Initiative wird durch das Technologietransfer-programmbüro der ESA geleitet, welches am Forschungs- und Technologiezentrum ESTEC in Noordwijk, den Niederlanden, angesiedelt ist. Ziel der Initiative ist es, die Verwendung von Raumfahrttechnologien und -systemen in Anwendungen außerhalb der Raumfahrt zu vereinfachen und dadurch den Nutzen des Europäischen Raumfahrtprogramms dem europäischen Bürger nahe zu bringen.

Business Inkubation am ESOC

Seit seiner Eröffnung in den 1960er Jahren hat das Europäische Satellitenkontrollzentrum (ESOC) zahlreiche Technologieinnovationen hervorgerufen.

Das Unternehmertum rund um ESOC hat in den letzten Jahren aber noch zusätzlichen Antrieb erhalten, und zwar durch die Errichtung eines lokalen ESA Business Inkubationszentrums, welches von im Raumfahrtbereich erfahrene Mitarbeiter am ESOC koordiniert und durch das Centrum für Satellitennavigation Hessen (cesah) umgesetzt wird.

Centrum für Satellitennavigation Hessen (cesah)

Als Partner der ESA Business Inkubationsinitiative ist cesah Kontaktstelle am ESOC für Unternehmer mit einer Geschäftsidee mit Bezug zur Satellitennavigation oder ähnlichen Bereichen. cesah ist ein Kompetenz-, Informations- und Gründerzentrum für Satellitennavigation und ist im Technologie- und Innovationszentrum (TIZ) Darmstadt in unmittelbarer Nähe zum ESOC angesiedelt.

Gegründet 2006 durch eine gemeinsame Initiative des Landes Hessen und der ESA legt cesah seinen Schwerpunkt auf Satellitennavigation und deren Anwendungen.

Neben seinem Hauptgesellschafter, dem Land Hessen, wird das Zentrum von der Stadt Darmstadt, der Technischen Universität und der Hochschule Darmstadt, T-Systems GmbH, Telespazio VEGA Deutschland und INI-Graphics Net getragen.

ESA, cesah und die ,European Satellite Navigation Competition'

Auch in diesem Jahr koordiniert cesah in Zusammenarbeit mit Hessen-IT und dem ESOC die regionalen Aktivitäten für die letztjährige Runde der ,European Satellite Navigation Competition', welche vom 1. Mai bis 31. Juli 2009 ausschrieb.

(Copyright: ESA - S. Corvaja, M. Pedoussaut)

Die ,European Satellite Navigation Competition' ist ein weltweiter Innovationswettbewerb, der die besten Ideen für innovative Anwendungen im Bereich der Satellitennavigation würdigt.

Die letztjährige Auftaktveranstaltung der Region Hessen fand am 23. April 2009 zum wiederholten Mal am ESOC statt und wurde durch Gastgeber, ESA Direktor für Missionsbetrieb und Infrastruktur, Herrn Gaele Winters, sowie Herrn Steffen Saebisch, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, und Landesentwicklung eröffnet.

Auch das Technologietransferprogrammbüro der ESA arbeitet mit der European Satellite Navigation Competition zusammen, um so genannte "Spin-offs" von Raumfahrttechnologien, d.h. Anwendung von Raumfahrttechnologien in andere Anwendungsgebiete, zu fördern.

Daher hat es 2008 einen Spezialpreis für Innovation eingeführt, den die ESA an denjenigen mit der besten Idee der Nutzung von Globalen Satellitennavigations-systemen vergibt; der Spezialpreis sucht nach Ideen, die rasch umsetzbar sind und die im jeweiligen Anwendungsgebiet eine lang anhaltende Wirkung zeigen.

Den Gewinner des ESA Spezialpreises erwartet ein umfassendes Betreuungspaket in der Umsetzung seiner Innovationsidee. Eines der ESA Business Inkubationszentren betreut den Unternehmer, der auch technische und finanzielle Unterstützung erhält, in der Entwicklung der Anwendung und bei der zügigen Markteinführung.

ESA - europaweite Inkubationsaktivitäten

Seit Beginn der ESA Business Inkubationsinitiative wurden 65 Inkubationsprojekte erfolgreich an den bisher drei Inkubationszentren der ESA am ESOC (Darmstadt, Deutschland), ESTEC (Noordwijk, Niederlande) und ESRIN (Frascati, Italien) betreut.

Im Ergebnis konnten verschiedenste technologische ,Spin-offs' aus der Raumfahrt, zum Beispiel der Satellitennavigation, Satellitenkommunikation, Fernerkundung, Satellitenbetrieb in eine breite Anwendungspalette in Bereichen wie Gesundheits-wesen, Medizin, Materialwirtschaft, Textilindustrie, Informationstechnologien, öffentliche Verwaltung, Bauwesen, Freizeit und Sport, Ausbildung,  und Hochwasserschutz transferiert werden.

ESA bietet allen seinen Incubatees ein umfassendes Unterstützungspaket, welches unter anderem eine Startfinanzierung, sogenanntes Seed-Funding, technische Unterstützung (durch Labors und Experten), Unterstützung in der Entwicklung des Geschäftsplans, Unterstützungsleistungen in Werbung, Marketing und Kommunikation, Zugang zu internationalen Netwerken (über das ESINET Netzwerk der Inkubatoren), Training und Vorbereitung auf die Investorensuche und Zugang zum ESA Investment Fonds oder anderen Risikokapitalgebern.

Angebote auf die laufende Ausschreibung der ESA Business Inkubations-Initiative, die die allgemeinen Anforderungen erfüllen, werden in zwei aufeinander folgenden Evaluierungsgremien anhand einer Reihe von Auswahlkriterien evaluiert. Diese bewerten insbesondere den Hintergrund und die Erfahrungen des Teams, die Geschäftsidee, die Technologie sowie das Produkt bzw. die Dienstleistung, aber auch die Möglichkeit, geistige Eigentumsrechte zu erwerben.